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Willkommen!

Sellrain (AT) 2019

Wieder so ein St├╝ck Kindheit: Das Sellraintal, L├╝sens und der Fernerkogel in Tirol. Als Kind habe ich mit der Familie hier oft die Ferien verbracht. Jeden Tag eine Tour, immer war ein Gipfel oder eine H├╝tte das Ziel. Das hat mit Sicherheit auch den Grundstein f├╝r meine Trailrunning-Aktivi├Ąten in den Bergen gelegt und meine Liebe zu den Bergen forciert. W├Ąhrend ich als Kind mit bemerkenswerter Leichtigkeit diese Berge rauf und runter bin, bedarf es heutzutage schon etwas mehr Anstrengung. Und tief drin in mir sind immer noch diese Bilder als ich den L├╝sener Fernerkogel das erste Mal sah. Wenn man in L├╝sens steht und diesen Brocken sieht, bleibt einem erst mal die Luft weg. Das hat sich eingebrannt. Viel Jahre nach meiner Jugend haben mein Bruder und ich ihn nochmal besucht. Damals war nicht so sehr das Wandern im Vordergrund (obwohl wir den Zischgeles mit 3004m bestiegen), sondern vielmehr das Fotografieren. Damals hatten wir noch das komplette Analogequipment dabei: Mamyia RB67, Leica R6.2, Nikon. Alles viel zu schwer, aber die Faszination war da und mit ihr die sch├Ânen Erinnerungen. Warum erz├Ąhl ich das? Weil mich genau diese Faszination in diesem Herbst wieder an diesen Ort kommen l├Ąsst. Und wieder mit schwerem Gep├Ąck, alleine und diesmal digital mit der Fuji GFX50s. Mir egal was das Zeug wiegt, ich schleppe das hoch. Wer wei├č wann ich den Berg nochmal sehe. Ich quartiere mich in Gries (AT) in einer Ferienwohnung ein. Die ist etwas modrig, flie├čend kaltes Wasser, die Heizung geht nicht... aber sie ist ein Schn├Ąppchen. Ich habe aber auch immer ein Gl├╝ck... :-).
Am Freitag starte ich in Praxmar, gehe hoch in Richtung Roter Kogel und wandere im Sonnenschein auf den Fernerkogel zu. Heute steht reines Location-Scouting und Genusswandern auf dem Plan, f├╝r Fotos bin ich zu sp├Ąt dran. Ich suche mir DEN Hotspot f├╝r morgen fr├╝h, so was im Dunkeln zu suchen und zu glauben, man findet eine gute Stelle, ist Irrsinn. Dabei hilft mir die App Locus-Maps. Ich markiere darin GPS-Punkte an Stellen, an denen es sich rentieren k├Ânnte und zugleich mache ich mit dem Smartphone noch jeweils ein Foto. Der Berg ist gigantisch, aber das Licht am fr├╝hen Nachmittag ist einfach nicht mein Ding. Runter vom Berg bis L├╝sens und zur├╝ck zum Auto. Ich entscheide mich dazu den Abend im K├╝htai am mittleren Plenderlesee zu verbringen. Mit dabei Gaskocher und Instant-Essen. Das K├╝htai ist im Winter die Ski-Hochburg und im Sommer ein Armutszeugnis an den Naturschutz. Mir ist unbegreiflich, wie man so viel kaputtmachen kann. Meine Sonnenstands-App hat mich nicht im Stich gelassen. Ich stehe genau richtig und das Abendlicht verzaubert den See und die umliegenden Berge in eine traumhafte Kulisse.

Nach einer schlimmen Nacht in der Ferienwohnung starte ich am n├Ąchsten Morgen um 4 Uhr zu meinem Hotspot. Ich parke in L├╝sens und steige 500 H├Âhenmeter nach oben. Jetzt merke ich das Gewicht der Ausr├╝stung so richtig. Aber aufgeben gibts nicht, dabei lauthals fluchen hilft, aber irgendwann geht mir daf├╝r die Luft aus. Oben angekommen ist es grausig kalt, ich ziehe trockene Kleidung an und dennoch zieht's wie Hechtsuppe. Kaffee h├Ątte ich jetzt auch gerne. Es ist stockfinster, gegen├╝ber habe ich besten Blick auf den schemenhaften Berg. Hinter mir grunzt in 10 Meter Entfernung ein Gamsbock. Er kann mich mit meiner Stirnlampe nicht richtig einordnen und zieht irgendwann weiter. Dann d├Ąmmert's, it's Showtime. Der Berg wechselt min├╝tlich sein Erscheinungsbild, ein Bild besser als das andere. Bis die Farbtemperatur der Sonne nichts mehr hergibt, dann steige ich ab und entdecke noch ein paar leuchtende Birken im Morgenlicht und erwische sie noch rechtzeitig, bevor die Sonne zuschl├Ągt. Danach sitze ich am Bach und w├Ąrme mich im Sonnenlicht erst mal auf.

Der Zustand in meiner Ferienwohnung ist allerdings f├╝r eine weitere Nacht nicht haltbar und ich reise einen Tag fr├╝her ab. Licht und Schatten liegen nah beieinander...

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