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Mamiya C220 – back to the roots…

Ich hatte sie alle. In jungen Jahren hatte ich so ziemlich jede Analog-Kleinbildkameramarke samt Objektivpalette einmal durchlaufen. Canon, Nikon, Olympus, Leica usw. Rückblickend betrachtet hätte ein System gereicht. Die Objektive waren allesamt nicht schlecht und die Filme gaben das wieder, wozu sie eben imstande waren. Und ich habe ein Vermögen für Erfahrungen ausgegeben, die ich nicht missen möchte. Lehrgeld eben. Seien es die horrenden Preise für Filme und deren Entwicklungen oder diesen ganzen Zubehör-Plunder. Vom ewigen Draufzahlergeschäft durch den Wertverlust beim Gebrauchtverkauf und Kauf von Neuware ganz zu schweigen. Befeuert haben das damals schon die Fachzeitschriften indem sie mir immer einredeten, damit "bessere" Bilder machen zu können. Aber es lag nie wirklich an der Technik, es lag mehr an mir und meiner Unkenntnis. Es geht auch mit weniger.

Und so kam es, dass ich in den 80ern vor einem Fotogeschäft stand, das gerade einen Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe machte. In der Auslage stand eine Mamiya C220, ein doppeläugiger Kasten mit Balgen und Lichtschachtsucher. Preis 180 Mark. Nagelneu. Verglichen mit den damals von Colani gestylten Canon-Boliden sah das Ding wie ein Brikett mit Sehstärkengläsern aus. Aber sie faszinierte mich. Sie hatte was Pures. Nicht mal eine Belichtungsmessung.

Ich ging rein und der Verkäufer war sichtlich froh, diesen Ladenhüter doch noch loszuwerden. Ich verballerte Rollfilm um Rollfilm, ich liebte diese Kamera, aber ich konnte damals mit dem Ergebnis nicht viel anfangen. Dias konnte ich nicht anschauen, zu teuer waren die 6x6-Projektoren. Meine Negativfilme und die Bildabzüge davon hatten die Großlabore auf dem Gewissen, es sah einfach nicht gut aus, was da so entwickelt wurde. Und das Geld für eine Dunkelkammer und einen Mittelformat-Vergrößerer hatte ich auch nicht, den Platz schon gar nicht. Ich hatte als junger Mensch auch nicht die Geduld für eine gänzlich manuelle Kamera. Zu verlockend war der Reiz der Automatik meiner Kleinbildkameras.

Und es kam wie es kommen musste, irgendwann verkaufte ich sie wieder (um mir wieder anderes Equipment zu kaufen...). Was blieb, war die Erinnerung an diese Kamera und eine Menge Mittelformatnegative und -dias. Vor ein paar Tagen habe ich eine gleichen Typs im Internet wiederentdeckt. Sie ist in einem Top-Zustand und der Zentralverschluss schnurrt immer noch präzise. Von ihr geht die gleiche Faszination aus, wie damals... Und ja, ich werde mir sicher wieder ein paar Filme anschaffen und mir den Luxus leisten, mal ein paar analoge Aufnahmen zu machen. Und gleichzeitig bin ich froh um die Vorzüge der Digitalfotografie...

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